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Über Kunststoff

Was ist Kunststoff eigentlich? Ganz simpel ausgedrückt: es ist eine Kohlenstoffverbindung, die Menschen künstlich – also in Unternehmen hergestellt haben. Diese Unternehmen, die gesamte Branche vertreten wir im Kunststoffverbund Brandenburg Berlin (KuVBB). Im Volksmund wird Kunststoff meist als Plastik bezeichnet. Und Kunststoff ist ganz vielfältig: Er kommt in nahezu allen Bereichen des Lebens vor: Im Fahrzeugbau, im Bau von Maschinen und Anlagen. Windkraftanlagen-Flügel sind beispielsweise aus Kunststoff. Aber auch Kleidung, Smartphone, viele Spielsachen, die Barbiepuppe und eine Vielzahl von Haushaltsgeräte sind ohne  Kunststoff  nicht denkbar.

Es gibt Kunststoffe, die biologisch abbaubar sind – und die rückstandslos wieder zu dem werden, was sie sind Kohlenstoff und Wasserstoff. Die meisten Kunststoffe sind aber nicht biologisch abbaubar. Diese Tatsache  zwingt die Gesellschaft die Recyclingquote deutlich zu erhöhen und im Sinne von Kreisläufen dieses Material immer wieder zu neuen Wertprodukten zu nutzen. Das bedeutet, die nicht mehr benutzte Küchenmaschine, der Joghurtbecher und so weiter werden der Verwertung zugeführt, so dass die Wertstoffe, aus denen der Kunststoff ist, zu neuen Produkten und Gegenständen werden, die wir brauchen können.

Fakt ist:

Heute würde kein Auto, kein Haushalt funktionieren, ohne Kunststoff. Plastik ist bruchfest, leicht, elastisch bis plastisch und temperaturbeständig. Diese Eigenschaften sind die Ursache für die Erfolgsgeschichte, die Kunststoff in den letzten 80 Jahren schrieb. Denn die Technologie, Kunststoff herzustellen, ist noch gar nicht so alt.

Erdöl wird destilliert und neben Gas, Diesel, Heizöl, Gasöl und weiteren Bestandteilen des Erdöls fällt Rohbenzin an. Dieses Rohbenzin wird in verschiedene Kohlenwasserstoff-Verbindungen aufgespalten. Ethylen, Propylen, Butylen zum Beispiel. Diese Einzelbausteine können dann je nachdem, was für ein Kunststoff hergestellt werden soll zu verschiedenen Rohmaterialien zusammengefügt werden – das nennt man dann Synthese.

Die unglaublich flexiblen Eigenschaften von Kunststoff machen ihn so wertvoll, denn man kann nahezu alles aus Kunststoff herstellen.

In den letzten Jahren gibt es viele Entwicklungen und Anstrengungen Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen herzustellen. Diese Entwicklungen bieten große Potentiale für die Zukunft und sind notwendig um den Klimawandel positiv zu beeinflussen. 

Kunststoffe gibt es in zwei  Hauptformen:

Duroplaste:

Hier wird der Kunststoff nur einmal erhitzt und behält dann seine Form. Der Kunststoff ist hart und spröde. Zum Beispiel Küchengeräte, Computergehäuse oder Steckdosen bestehen aus dieser Art von Plastik.

Thermoplaste:

Das sind sehr flexible Kunststoffe. Durch Erhitzen können sie beliebig oft die Form verändern. Ein Beispiel sind Getränkeflaschen oder Plastikbecher.

Elastomere lassen sich auch im fertigen Zustand leicht verformen. Zum Beispiel der Spülschwamm ist ein Elastomer.

Das bedeutet, Kunststoff ist in unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken.

Der KuVBB vertritt insbesondere die Brandenburger und Berliner Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen der Branche Kunststoff. Was der Verbund macht, kann hier nachgelesen werden.

In Brandenburg und Berlin hat das Thema Bioplastics eine große Bedeutung, denn Bioplastics sind das Zukunftsthema schlechthin. Hierbei geht es darum, Kunststoffe zu entwickeln, die auf biologischer Basis hergestellt werden und/oder biologisch abbaubar sind .

Das Gewicht entscheidet vielfach über die Nutzungsfähigkeit. Daher ist das Thema Faserverbund – Leichtbau ein weiterer Schwerpunkt im gegenwärtigen Trend in der Kunststoffindustrie. Die alles entscheidende Frage ist: Wie kann man Materialien, Werkzeuge oder Alltagsgegenstände leichter und gleichzeitig stabiler machen? Es wird eine Art Bewehrung aus Kunststoffasern eingebaut und dadurch werden die Materialeigenschaften deutlich verbessert und erreichen z. B. mechanische Werte von Metallen. Dieser Leichtbau bietet energieeffiziente Lösungen im Bereich Automotive, in der Energietechnik und Maschinenbau. Auch im Bauwesen halten mehr und mehr Kunststofffasern Einzug. Faserverbundkonstruktionen sorgen hier für Effizienz in Sachen Materialeinsatz und Gewicht.

Die Elastomere haben wir weiter oben schon angesprochen. Dichtungen, Gummiringe, Gummibahnen, Manschetten, die „Zieharmonika“ in Schwenkbussen und vieles mehr – das sind Elastomere. Sie können einfach verformt werden, kehren danach aber in ihre Ursprungsform zurück. Ein unschätzbarer Vorteil.

Kunststoff ist also überall. Betrachten Sie doch einmal ihr Umfeld, in dem Sie sich jetzt befinden – und denken sich alles weg, was Kunststoff enthält. Wenn Sie in einem Gebäude sind, ist dann da nicht mehr viel, was übrig bleibt.

Warum werden Kunststoffe zum Teil so verteufelt? Weil es nicht gut ist, wenn Kunststoffe ins Meer gelangen, zu viele Plastiktüten verwendet und vor allem einfach in der Natur entsorgt werden. Natürlich muss hier etwas passieren. Deshalb unterstützen wir ja Projekte, , in dem es um biobasierte Kunststoffe geht.

Gerade deshalb fördert der KuVBB den Nachwuchs, denn nur der kann etwas verändern, der weiß, wovon er spricht und mit Expertise und Know-How die Kunststoffe der Zukunft entwickelt. Ohne geht es nicht mehr, das ist klar.